(Quelle : Indonesien Report Jg. XXII, Mai 2000 Nr. 03 SS. 13 - 16)
3. Tanz
Der Tanz in Indonesien war ursprünglich, wie so viel andere Kunstarten auch, ein Teil religiöser Riten
und ist es oft auch heute noch, obgleich die Betonung heute mehr auf seinem unterhaltsamen Wert liegt.
Klassisch und traditionelle Tänze haben ihre quasi-religiösen Funktionen durch ihren Gebrauch bei
religiösen Veranstaltungen bewahrt.
Im Laufe der Jahrhunderte hat die Geschicklichkeit de Tänzers mehr an Bedeutung gewonnen und heutzutage
ist die technische Fertigkeit von größter Wichtigkeit. Die Bewegung der Finger, ein Augenzwinkern, kleine
Tanz schritte benötigen Jahre bis zu ihrer Perfektion. Traditionelle Tänze erzählen üblicherweise beliebte,
alte Volkserzählungen. Durch seine Bindung an Indonesier religiöses Erbe ist der Tanz der Kern seiner
kulturelle Tradition.
Das wayang wong, entweder mit Masken oder ohne diese, wird von Tänzern als Nachahmung der volkstümlichen
wayang Puppen aufgeführt. Und wie das wayang kulit oder wayang golek erzählt auch das wayang wong (wong
bedeutet menschliches Wesen) die Geschichten des Ramayana oder Mahabharata. Andere Tanzdramen erzählen
geschichtliche Epen und Legenden.
Für die Tänze auf Java und Bali wird Gamelan-Musik als Begleitung benutzt, obgleich bei zeitgenössischen
Tanzschöpfungen die Begleitung nur auf Trommeln reduziert ist oder auf irgend ein anderes einfaches
Musikensemble.
Außerhalb von Java und Bali differieren die Traditionen und entsprechend folgen Tanz und Theater den
kulturellen Vorbildern des jeweiligen Gebietes. In fast allen traditionellen indonesischen Tänzen
bestehen die Kostüme aus reichen, feingewebten Stoffen und kunstvollem Kopfschmuck und sind bis ins
kleinste Detail verziert.
Ob religiös oder weltlich, einfach oder kunstvoll, der Tanz ist in Indonesien hoch geschätzt und bei Jung
und Alt beliebt.
4. Malerei
die moderne indonesische Malerei beginnt mit einem der größten Maler des Landes im 19. Jahrhundert, mit
Raden Saleh (1816-1880). Er war der erste Indonesier, dessen Malerei ein kritisches Verständnis westlicher
Malerei wiederspiegelte. Die folgenden Jahrzehnte brachten nichts hervor, das seinem Werk ähnlich war.
Die moderne Malerei Indonesiens benötigte den Anstoß der ersten Künstler-Vereinigung im Jahre 1973 um vom
Boden loszukommen. "Persagi", von Sujoyono organisiert und eine weitere Vereinigung, geführt durch Affandi,
wandten bei ihrer Malerei westliche Techniken an, behielten aber ihre typischen indonesischen Eigenarten
bei. Kunsterziehung ist heute überall auf Akademien und Universitäten möglich.
Zwei wichtige Kunstzentren sind Bandung und Yogyakarta, von denen jede Stadt ihre eigene Schule der
Malerei gegründet hat. Die Bandunger Schule ist vielleicht mehr als diejenige in Yogyakarta beeinflusst
durch westlich kubistische und abstrakte Maler. Wohlbekannt am "Institut für Technologie Bandung" ist das
Departement für Schöne Künste und in Yogyakarta die Akademie für Schöne Künste. Ähnliche Einrichtungen
bestehen in Jakarta (Kunsterziehungszentrum Jakarta), in Bali und an anderen Orten in Indonesien.
Die balinesische Malerei hat ihren eigenen Stil. Die meisten Balinesen behalten die Liebe zu ihrem Dorf
und bleiben eins mit seiner Gemeinschaft. Vor diesem Hintergrund arbeiten die balinesischen Maler.
Traditionelle balinesische Malerei ist charakterisiert durch eine grundsätzliche Missachtung der
Perspektive durch den Gebrauch subtiler Farben, besonders bei de Malerei älteren Stils und durch den die
gesamte Lein wand füllenden Malbereich. Eine neue Periode brach zu Beginn der 50er Jahre an, als junge
Maler mi leuchtenden Farben zu experimentieren begannen uni ihrer persönlichen Phantasie freieren
Spielraum gewährten. Auch Bali hat seine zeitgenössischen Male hervorgebracht, aber die Balinesen haben
es verstanden, neue Ideen und Techniken aufzunehmen ohne de geheimnisvollen Hauch zu verlieren, der die
balinesische Volkskunst kennzeichnet. (Reiseziel Indonesien)
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